Ein Beitrag der Landesjugendkammer Hannovers
Die vorliegenden Petroleumlampen sind ein Beitrag der Landesjugendkammer der hannoverschen Landeskirche zum EKD-Impulspapier "Kirche der Freiheit". Entstanden sind die Petroleumlampen aus drei Gründen. Zum einen finden wir, dass das Thema Jugendarbeit im Impulspapier zu wenig und damit nicht angemessen vorkommt. Zum anderen halten wir den Zeithorizont bis 2030 für Kinder und Jugendliche für zu langfristig. Und darüber hinaus denken wir, dass viele der Fragestellungen und Aspekte des Impulspapiers für uns in der Evangelischen Jugend nicht neu sind, wie z.B. die Themen Ehrenamt, Qualitätsentwicklung oder die Orientierung an den Interessen von Nutzerinnen und Nutzern.
Die Thesen wurden auf der Kammersitzung im Februar 2007 erarbeitet, zur Kammersitzung im Juni wieder vorgelegt und wurden nun auf der Synode der EKD im November 2007 als Beitrag in den weiteren Diskussionsprozess eingebracht.
Die Evangelische Jugend sorgt in den nächsten fünf Jahren dafür, dass für die Kinder und Jugendlichen die Evangelische Kirche ein Ort ist, an dem sich Kinder- und Jugendliche zu Hause fühlen, gern gesehen sind und ihre Ideen und Vorstellungen von Beheimatung subjektorientiert mitgestalten können.
Die Evangelische Jugend bringt in fünf Jahren durch die räumliche und inhaltliche Vielfalt ihrer Angebote das Moment der evangelischen Freiheit und der sendungsgemäßen Offenheit für alle Kinder und Jugendlichen zur Geltung.
Die Evangelische Jugend ist in fünf Jahren im Hinblick auf die Umsetzung der vorhandenen Qualitätsstandards (Ordnung, Standards, Leitbild) weitergekommen. Dafür wird die Kommunikation innerhalb des Jugendverbands verbessert. Das Kreuz auf der Weltkugel ist seit Generationen das Zeichen unserer großen und vielfältigen Gemeinschaft.
Die Evangelische Jugend versteht ihr Angebot als Verkündigung des Evangeliums in einer Kirche, die im Hinblick auf Kinder und Jugendliche das Priestertum aller Glaubenden ernst nimmt und in den nächsten fünf Jahren für die Umsetzung von Formen der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Kirche sorgt.
Die Evangelische Jugend ist in fünf Jahren im Hinblick auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde so vielseitig, dass es unbedingt pädagogisch qualifizierter Unterstützung durch entsprechend ausgebildete kirchliche Mitarbeitenden bedarf. Die Evangelische Jugend trägt dafür Sorge, dass auch Pfarrerinnen und Pfarrer zunehmend ihren Beitrag zur Ermöglichung von Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verstehen und annehmen lernen.
Die Evangelische Jugend hat in fünf Jahren ihr Bildungsverständnis in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Richtung einer evangeliumsgemäßen Orientierung an den Subjekten von Bildung profiliert und vertritt es offensiv in den Bildungsdebatten in Kirche und Gesellschaft. Subjektorientierung heißt für den bildenden Aspekt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, dass Kindern und Jugendlichen selbst Form und Inhalt bestimmen und gestalten. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ein Freiraum, in dem selbstbestimmt in allen Bereichen gesellschaftsrelevant genau so gelernt werden kann, wie es formale Bildungsangebote nicht möglich machen können.
Die Evangelische Jugend ist in fünf Jahren ein Raum der Erfahrung von gelebter Nächstenliebe und diakonischem Engagement. Die Evangelische Jugend wird die Stimme des Jugendverbandes in entsprechenden politischen Frage erheben.
Die Evangelische Jugend kann in fünf Jahren für ihre Arbeit auf personelle Ressourcen zurückgreifen, die sich um die Bewirtschaftung der ausreichend vorhandenen kirchlichen und öffentlichen Mittel sowie um Einwerbung derselben und Erschließung neuer Quellen kümmern können.
Die Evangelische Jugend ist in fünf Jahren flächendeckend in der Landeskirche präsent. Die Jugendarbeit vor Ort wird entsprechend der Ordnung durch zentrale Stellen unterstützt. Es wird darauf geachtet, dass für eine fachliche Begleitung ein tragfähiges, engmaschiges Netz von hauptberuflichen Stellen vorhanden bleibt!
Die Evangelische Jugend hat in fünf Jahren in aller Vielfalt klare und günstige Strukturen für die Verbandsinteressen gefunden und eine transparente Kommunikation und Vernetzung mit übergeordneten Interessensvertretungen als gemeinsames Sprachrohr aktiv verbessert. Die Evangelische Jugend hält sich an gemeinsame getroffene Absprachen.
Diese 10 Petroleumlampen wurden von der Landesjugendkammer der Ev. Jugend in der Landeskirche Hannovers in ihrer Sitzung im Februar 2007 entwickelt und nach weiterer Beratung und Überarbeitung auf der Kammersitzung am 1. Juli 2007 verabschiedet.
Zur Internetseite der Ev. Jugend Hannovers: www.ejh.de