Keine Fusion von Baden und Württemberg
Landesbischof July zu den Vorschlägen der EKD
Das Impulspapier der EKD ist keine „Denkschrift“, sagt Landesbischof Frank Otfried July. Es sei auch kein „Masterplan“, meint der Präsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Eckhart von Vietinghoff. „Was die EKD vorgelegt hat, ist eine Plattform für Zukunftsdiskussionen“, sagt July.
Es beschreibe einen möglichen Prozess, beachte aber die regionalen Unterschiede der Kirchen im Norden und im Süden Deutschlands kaum. „Diese regionalen Unterschiede sind zum Teil aber so erheblich, dass sie in zukünftige Überlegungen und Analysen mit einfließen müssen“, sagt July.
Eine Fusion der badischen und der württembergischen Landeskirchen stehe nicht auf dem Programm. Bereits jetzt gebe es eine große Anzahl an Kooperationen und auch werden weitere Kooperationsmöglichkeiten gesucht. „Wenn diese sinnvoll sind, werden wir sie angehen“, sagte der Landesbischof.
Quelle: Ev. Gemeindeblatt
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- Landesbischof U. Fischer auf der Frühjahrssynode 2006
Auch die badische Landeskirche lehnt eine Fusion ab. Eine Kirche mit dann mehr als 3,5 Millionen Mitgliedern würde die Nähe zur Basis verlieren, ließ Landesbischof Ulrich Fischer mitteilen.Fusionen und Zentralisierung führten in der Kirche nicht unbedingt zu besserer Arbeit, meinte Eberhard Cherdron, Kirchenpräsident in der Pfalz. Obwohl die pfälzische Landeskirche mit 620 000 Mitgliedern zu den kleineren zähle, habe sie eine gute Größenordnung. In dem Zeitraum bis 2030 sei die pfälzische Landeskirche auf jeden Fall allein wirtschaftlich und inhaltlich lebensfähig.
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Die Grafik zeigt die Anzahl der Kirchenmitglieder der EKD in Millionen
Der schaumburg-lippische Bischof Jürgen Johannesdotter ist skeptisch. „Das ist ein typisches Papier von Vertretern großer Kirchen für große Kirchen“, sagte er. Schaumburg-Lippe ist mit rund 63 000 Mitgliedern die zweitkleinste Kirche in der EKD. Johannesdotter lehnte eine Fusion seiner Landeskirche mit anderen ab.
Nicht viel Zeit
Gegen zu schnelle Forderungen nach neuen Zusammenschlüssen wandte sich auch der reformierte Kirchenpräsident Jann Schmidt (Leer). Über konfessionelle Traditionen und Bindungen dürfe nicht leichtfertig hinweggegangen werden. Unterstützt wurden die Vorschläge in der Nordelbischen Kirche. Dafür dürfe man sich nicht zu viel Zeit lassen, bekräftigte der nordelbische Synodenpräsident, Hans-Peter Strenge.
Der Dresdner Landesbischof Jochen Bohl erklärte, es werde weiter eine Landeskirche Sachsen mit Sitz in Dresden geben. Die Bremische Evangelische Kirche rief dazu auf, ohne Scheuklappen den Sinn der jetzigen landeskirchlichen Grenzen zu diskutieren. „Ohne Zweifel wird es in 25 Jahren nicht mehr 23 Landeskirchen geben“, sagte der theologische Repräsentant Louis-Ferdinand von Zobeltitz.
Quelle: Ev. Gemeindeblatt
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