Internetplattform Kirchenrefom zur Vernetzung von Ideen in der EKD-Reformdekade 2007-2017

Forum 12: EKD

Ergebnis-Zusammenfassung vom Zukunftskongress

 

1. Gemeinsame Perspektiven

  

Im Blick auf das im Leuchtfeuer 12 angesprochene Themenfeld halten wir folgende Punkte als gemeinsame Perspektive fest:

   

Es sollen abgestimmte und verbindliche Standards festgelegt werden. Die Maxime dieses abgestimmten Handelns lautet: So viel Gemeinsames wie möglich, so viel Unterschiedliches wie nötig. Diese Standards erstrecken sich auf den Bildungsbereich (also die Aus-, Fort- und Weiterbildung der verschiedenen Berufsgruppen innerhalb der Kirche, aber auch derjenigen, die ehrenamtlich Dienst in der Kirche leisten), den Gottesdienst und die Rechtssetzungen in den verschiedenen Bereichen. Um dies zu erreichen, ist eine abgestimmte Informationspolitik nötig, die darauf achtet, dass der Informationsfluss innerhalb der Kirchen und auf den verschiedenen Ebenen der Kirchen wechselseitig stattfindet. Dies wird den Prozess voranbringen, klare und auch für Laien nachvollziehbare Kirchenstrukturen zu schaffen. Diese Strukturen sollen die Erkennbarkeit der evangelischen Kirche nach außen als auch nach innen profilieren. Die Gliederung der EKD muss ihrer Handlungsfähigkeit dienen. In der Zusammenschau der verschiedenen kirchlichen Ebenen soll dem Abbau von Redundanzen besonderes Gewicht verliehen werden. Durch eine transparente Strategie sollen EKD-weite, überregionale Kompetenzzentren sowie Servicezentren geschaffen, gestärkt und ausgebaut werden.

   

2. Wichtige Diskussionspunkte

   

Folgende Themenaspekte müssen nach unserer Einschätzung im kirchlichen Reformprozess weiter diskutiert und geklärt werden.

Für diese Diskussion geben wir folgende Anregungen:

    

Der Klärung bedarf der Weg zu einem abgestimmten (einheitlichen) Kirchensteuersystem. Die Aufgaben für die Kompetenzzentren müssen zeitnah geklärt werden. Was muss nach welchen Leistungskriterien mit welchen Qualitätsstandards in welchen Einheiten und in welcher regionaler Verteilung geschehen? Es muss der Bedarf für Kompetenzzentren erhoben werden und eine Aufnahme der bisherigen erfolgen unter Einbeziehung einer Qualitätsanalyse. Hierbei ist darauf zu achten, dass die unterschiedlichen Rollen von Kompetenzzentren, Werken, Verbänden und Einrichtungen beachtet werden. Ein wesentlicher Aspekt ist die Kompetenz der Kompetenz, d.h. welches Gremium setzt Standards fest? In besonderem Maße wird über Qualitätsmaßstäbe für Gottesdienst und Amtshandlungen zu sprechen sein. Das Einrichten von Themenkirchen darf nicht dazu führen, dass wesensfremde Themen der einen oder anderen Kirche übergestülpt werden. Die Benennung von Themenkirchen muss in einem gemeinsamen Prozess der verschiedenen kirchlichen Ebenen abgestimmt geschehen. Das Erreichen klarer Kirchenstrukturen muss in der Zukunft verstärkt diskutiert und einer Lösung zugeführt werden.

 

3. Praktische Handlungskonsequenzen

 

Für die praktische Umsetzung sprechen wir uns für folgende Maßnahmen bzw. Projekte aus und unterstützen diese aktiv in unserem eigenen kirchlichen Handlungsfeld:

Aus unserer Sicht sollen nachstehende Institutionen diese Projekte durchführen (mit Angabe von Zeitraum und federführender Verantwortung):

  

-          Die Kirchenkonferenz wird damit beauftragt, in einem innerkirchlichen Prozess die vorhandenen Kompetenzzentren auf den verschiedenen Ebenen zu erheben. Die bei diesem Prozess entwickelten Ideen und Ergebnisse werden der Herbstsynode 2008 zur Diskussion und Vertriefung vorgelegt. Hierbei soll darauf geachtet werden, dass einerseits auf gliedkirchlicher Ebene vorhandene Kompetenzzentren gestärkt und für die Gesamtheit der Landeskirchen ausgebaut werden sowie andererseits darauf, dass nach intensiver Evaluation neue Kompetenzzentren auf EKD-Ebene entstehen.

-          Der Zuschnitt von Landeskirchen soll in den nächsten vier Jahren einer gründlichen Klärung zugeführt werden. Hierbei ist nach Selbständigkeit, nach Fusion, Kooperation und Grenzverschiebungen zu fragen. Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland soll mittel- oder langfristig gestärkt werden.

-          Im mittel- oder langfristigen Reformprozess soll darauf geachtet werden, eine Vereinheitlichung kirchlicher Terminologie bei Amtsbezeichnungen zu erreichen.

  

Für die praktische Umsetzung geben wir folgende Anregungen:

   

- Vorhandene Kompetenzzentren müssen identifiziert, gestärkt und vernetzt werden. Neue Kompetenzzentren sind zu identifizieren, aufzubauen und zu vernetzen.

- Bei allen Prozessen ist das Vorhandene zu würdigen und zu achten.

- Im gesamten Reformprozess ist darauf zu achten, dass sich zuerst den Aufgaben zugewandt wird, die eine erfolgreiche Umsetzung versprechen. Dies bezieht sich auf das Schaffen von Kompetenzzentren.