Internetplattform Kirchenrefom zur Vernetzung von Ideen in der EKD-Reformdekade 2007-2017

Forum 1: Heimat, Identität, Qualität

Ergebnis-Zusammenfassung vom Zukunftskongress

    

1. Gemeinsame Perspektiven

 

Im Blick auf das im Leuchtfeuer 1 angesprochene Themenfeld halten wir folgende Punkte als gemeinsame Perspektive fest:

 

>>Heimat<<

- Kirche ist Ort von Beheimatung

- Symbolische Orte sind zu pflegen

- Zugehörigkeit als ortsunabhängiges Zugehörigkeitsgefühl

- Frage nach der Identität

- Kulturelle Beheimatung auf Zeit

  

Zielvereinbarungen/Wachstum:

- Qualifizierte Zielvereinbarungen anstreben

- Gottes freie Gnade ausrichten an alles Volk als Leitbild (Barmen VI)

- Mehr Mitglieder gewinnen

  

Qualitätsmanagement:

- Einen auf Auftrag des gemeindlichen Dienstes orientierten Qualitätsbegriff

- Qualität ist ein Verbesserungsprozess, nicht Selektion

- Gemeinsame Standards für Mitarbeitende (ehren- und hauptamtlich) und Konsequenzen für Aus-, Fort- und Weiterbildung (Beratung und Begleitung)

- Gemeinde befähigen, Qualität zu beurteilen

- Festlegung von Qualitätskriterien und Methodik von Qualitätsmanagement vorantreiben

 

Kernthemen:

- EKD-weiter Prozess: regionale Verständigung über innere Kernthemen (biblisch, theologisch, geistlich) und über äußere Kernthemen (Eine-Welt und gesellschaftliche Fragen)

 

2. Wichtige Diskussionspunkte

  

Folgende Themenaspekte müssen nach unserer Einschätzung im kirchlichen Reformprozess weiter diskutiert und geklärt werden:

  

- Heimatbegriff differenziert bedenken

- Verbundenheit mit Evangelium und mit Kirche

- Wiedererkennbarkeit stärken und Kanon des Evangelischen klären (Protestantische Kultur schärfen)

 

Kernvollzüge:

- Was sind Kernvollzüge gemeindlichen Lebens? (Wortverkündigung in verschiedenen Formaten)

- Was sind Sachkriterien für die Unterscheidung von Kern und Nicht-Kern-Angeboten?

- Kann man Kernvollzug ohne Rücksicht auf die Situation beschreiben?

  

Qualität:

- Theologisch gut verantworteten Qualitätsbegriff entwicklen

- Was ist Qualität kirchlicher Arbeit?

- Beurteilungsmaßstäbe im Qualitätssicherungsprozess

- Weiterarbeit und Präzisierung Qualitätsmanagement

- Qualitätsmanagement (welcher Personkreis ist betroffen?)

  

Zielvereinbarungen:

- Quantitative Zielvereinbarungen überprüfen

- Bezugsmaßstab bei den Zielen

 

Salz der Erde, Licht der Welt: kritisches Potential des Evangeliums für die Kirche und Verbindlichkeiten in einer Kirche der Freiheit?

 

Für diese Diskussion geben wir folgende Anregungen:

    

3. Praktische Handlungskonsequenzen

    

Für die praktische Umsetzung sprechen wir uns für folgende Maßnahmen bzw. Projekte aus und unterstützen diese aktiv in unserem eigenen kirchlichen Handlungsfeld:

  

- Gründung spezifischer Qualitätszirkel auf verschiedenen Ebenen

- Regionale Prozesse der Selbstverpflichtung über Kerne

- Good practice zugänglich machen und vernetzen

- Angebote für geistliche Wachstumsprozesse zusammentragen und fördern

- Initiierung eines Prozesses der Festlegung von Zielen auf allen Ebenen

- Persönlichkeitsbildung fördern (Aus- und Fortbildung, kollegiale Beratung)

- Entwicklung eines verbindlichen Qualitätsmanagements für kirchliche Mitarbeitende

- Kriterien entwicklen für eine selbstkritische Überprüfung eigenen Arbeitens

- Räume für Gestaltung offen halten (Kirchentag)

  

Aus unserer Sicht sollen nachstehende Institutionen diese Projekte durchführen (mit Angabe von Zeitraum und federführender Verantwortung):

   

- Je nach Aufgabe differenziert (verbindliche synodale Prozesse, Anstellungsträger, Auftragserteilende)

- Frage nach den Sachkriterien für Kern und Nicht-Kern-Angebote auf gesamtkirchlicher Ebene angehen

- „Wofür stehen wir“ sollte von der EKD-Synode angegangen werden