Ergebnis-Zusammenfassung vom Zukunftskongress
1. Gemeinsame Perspektiven
Im Blick auf das im Leuchtfeuer Gemeindeformen angesprochene Themenfeld halten wir folgende Punkte als gemeinsame Perspektive fest:
- Wir haben den Mut, Menschen mit einer Vielfalt auch neuer Gemeindeformen zu erreichen.
- Wir wollen die Integrationsfähigkeit der Landeskirchen in Bezug auf verschiedene geistliche Gemeinschaften stärken.
- Wir wollen verschiedene Gemeindemodelle angstfrei tragen.
- Wir streben eine Kirchenmitgliedschaft an, die neben der Zugehörigkeit zur Ortsgemeinde andere Anbindungen kennt.
- Wir wollen die Präsenz in der Fläche durch Entwicklung von Regionalkonzepten gewährleisten, Entlastungen durch Prioritätensetzung und Gabenorientierung erreichen und nahe an den Menschen sein.
- Wir wollen die Identifikation ihrer Mitglieder mit der Gemeinde stärken und neu aufbauen.
2. Wichtige Diskussionspunkte
Folgende Themenaspekte müssen
nach unserer Einschätzung im kirchlichen Reformprozess weiter diskutiert und
geklärt werden.
- Wie
kann der Gemeindebegriff theologisch, juristisch und soziologisch geklärt
werden?
-
Wie lässt sich das
Verhältnis von Parochien zu Profilgemeinden und geistlichen Gemeinschaften -
auch im Blick auf Mitgliedschaftsrechte - bestimmen?
-
Wie lassen sich
Chancen und Risiken einer Pluralisierung von Gemeindeformen wahrnehmen und
analysieren?
-
Wie lassen sich Ängste
nehmen und überwinden und wie kann zum Zulassen von Personalgemeinden ermutigt
werden?
-
Wie sind gestaffelte
Formen einer Kirchenmitgliedschaft theologisch und rechtlich zu denken?
-
Wie lassen sich Qualitätsstandards
für eine Region im Blick auf Inhalt, Ausstattung und Organisation entwickeln?
-
Wie lässt sich örtliche
Präsenz im Blick auf Steuerung, Beteiligung und Legitimation klären und
abstimmen?
-
Wie lassen sich
Begleitung, Schulung und Vernetzung sicherstellen und Verabredungen erzielen über
zentrales, regionales und lokales kirchliches Leben?
- Mit welchem Profil oder
Angebot wollen wir präsent sein?
-
Wie kann Profilbildung
von Gemeinden angeregt und gestaltet werden?
-
Wie lassen sich die
Unterschiede von Kirche in der Stadt und Kirche auf dem Land ernst nehmen?
Für diese Diskussion geben wir folgende Anregungen:
3. Praktische Handlungskonsequenzen
Für die praktische Umsetzung
sprechen wir uns für folgende Maßnahmen bzw. Projekte aus und unterstützen
diese aktiv in unserem eigenen kirchlichen Handlungsfeld:
1. Rechtliche Voraussetzungen und Spielräume für regionale Rahmenplanung
schaffen und umsetzen
2. regionale kirchliche Entwicklungspläne erarbeiten und freiwillige
Zusammenarbeit fördern
3. rechtliche Voraussetzungen für regionale Entwicklungspläne erproben
4. best practice (profilierte Ortsgemeinden und übergemeindliche
Kooperationen) - Beispiele fördern und vernetzen
5. theologische Aufarbeitung von Kirche in der Diaspora
6. zu Profilbildung ermutigen auf der
Grundlage der Parochie
7. Profilierung, Weiterbildung, und Stärkung
der Funktionsfähigkeit der Gemeindegremien
8. Gespräche mit Gemeinschaftsverbänden
(Landeskirchliche Gemeinschaft) über gelingende Gemeindemodelle
9. Leitung wahrnehmen
10. Kirchenmitgliedschaft bei freier Wahl der
Gemeindezugehörigkeit in verschiedenen Gemeindeformen begutachten und
theologisch, juristisch durchdenken
11. Evaluieren schon vorhandener
Gemeinschaftsaktivitäten
12. Gemeinden und mittlere Ebenen rechtlich
und finanziell stärken
Aus unserer Sicht sollen nachstehende
Institutionen diese Projekte durchführen (mit Angabe von Zeitraum und federführender
Verantwortung).
1. Landeskirchenleitung und Kirchenkreise,
5-10 Jahre, aber jetzt beginnen
2. 100 Kirchenkreise in der EKD bis 2012
3. mindestens 10 Landeskirchen bis 2012
4. EKD, Landeskirchen - Auswertung bis 2008
5.
6.
7.
8.
9. alle Ebenen
10. Institut für Kirchenrecht in Göttingen,
praktisch-theologische Fachbereiche, EKD bis 2008
11. Landeskirchen
12.