Ergebnis-Zusammenfassung vom Zukunftskongress
0. Ausgangslage:
Es
gibt eine gemeinsame Herausforderung für Kirche und Diakonie durch die
gesellschaftspolitische und globale Situation. In diesem Kairos liegt sowohl
eine Chance als auch ein Risiko für die Verhältnisbestimmung von Kirche und
Diakonie.
Arbeitstitel:
„Wittenberg III“
1. Gemeinsame Perspektiven
Im
Blick auf das im Leuchtfeuer 8 angesprochene
Themenfeld halten wir folgende Punkte als gemeinsame Perspektive fest:
-
Die diakonische Dimension als inneres Motiv allen kirchlichen Handelns begreifen
und entwickeln
-
Diakonie als Gemeinschaftsaufgabe auf allen Ebenen fördern
(Diakonia-Mainstreaming)
-
Strukturelle Verankerung der Diakonie auf allen Ebenen kirchenleitenden Handelns
-
Managementkompetenz der Diakonie für Kirche nutzen
-
Die öffentliche Bedeutung der Diakonie als Teil der Identität von
evangelischer Kirche anerkennen
-
Diakonische Gemeinde als missionarischer Auftrag regional und weltweit
entwickeln
-
Pfarrer und Pfarrerinnen sind kein „Schlüsselberuf“ in der Diakonie
(Leuchtfeuer 6). Aber: Pfarrer und Pfarrerinnen in der Diakonie sind wichtige
institutionelle Verbindung zur verfassten Kirche. Die Bedeutung von Diakonen und
diakonischen Gemeinschaften soll gestärkt werden.
-
Unterschiede in Kirche und Diakonie achten
-
Zusammengehörigkeit von Kirche und Diakonie stärken
2. Wichtige Diskussionspunkte
Folgende
Themenaspekte müssen nach unserer Einschätzung im kirchlichen Reformprozess
weiter diskutiert und geklärt werden.
-
Theologische und ekklesiologische Klärung des Verhältnisses von Diakonie und
Kirche. Dazu gehört die ständige Klärung der Rollen zwischen Amtskirche und
Diakonie.
Für diese Diskussion geben wir folgende Anregungen:
-
Qualitätsstandards in der Fortbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen
implementieren.
-
Kirchliche und diakonische Strukturen auf ihre Kompatibilität hin zu überprüfen.
-
Die strukturelle Verbindung gemeindlicher und unternehmerischer Diakonie auf
allen Ebenen klären und verbessern.
-
Europäische Dimension der Diakonie angesichts der eher landeskirchlichen
Orientierung der verfassten Kirche in den Blick nehmen.
3. Praktische Handlungskonsequenzen
Für
die praktische Umsetzung sprechen wir uns für folgende Maßnahmen bzw. Projekte
aus und unterstützen diese aktiv in unserem eigenen kirchlichen Handlungsfeld:
-
Diakonische Themen identifizieren und Verfahren zwischen Kirche und Diakonie
vereinbaren, vom Kirchenvorstand bis zum Rat der EKD (z.B. Kammerbesetzung).
-
Inhaltliche und strukturelle Verankerung der Diakonie auf jede kirchliche Agenda
setzen.
-
Vernetzung von Diakonie und Gemeinde vorrangig betreiben.
Aus unserer Sicht sollen nachstehende Institutionen diese Projekte durchführen (mit Angabe von Zeitraum und federführender Verantwortung) und ferner geben wir für die praktische Umsetzung folgende Anregungen:
- Modellprojekte der Zusammenarbeit zwischen gemeindlicher und
unternehmerischer Diakonie in den nächsten 3 Jahren (z. B. in Regionen und
Kirchenkreisen)
- In den nächsten 5 Jahren verbindliche Gespräche zwischen
Gemeinde etc. und Diakonie über Verwaltungskooperationen führen.
- Vertreter/Vertreterinnen der Diakonie im Reformprozess
„Kirche der Freiheit“ vollständig und strukturiert beteiligen.
- Schärfung des Blickes der EKD für die deutschen und europäischen
Handlungsherausforderungen der Diakonie: gliedkirchenübergreifende
Handlungsfelder kommunizieren.
- Entwicklung eines Fortbildungs- und Qualitätsmanagements
durch Diakonisches Werk und EKD und Bestandsaufnahme der Einbindung der Diakonie
in die Strukturen der Gliedkirchen der EKD (Serviceleistung).