Internetplattform Kirchenrefom zur Vernetzung von Ideen in der EKD-Reformdekade 2007-2017

Forum 8: Diakonie

Ergebnis-Zusammenfassung vom Zukunftskongress

  

0. Ausgangslage:

  

Es gibt eine gemeinsame Herausforderung für Kirche und Diakonie durch die gesellschaftspolitische und globale Situation. In diesem Kairos liegt sowohl eine Chance als auch ein Risiko für die Verhältnisbestimmung von Kirche und Diakonie.

  

Arbeitstitel: „Wittenberg III“

  

1. Gemeinsame Perspektiven

  

Im Blick auf das im Leuchtfeuer 8 angesprochene Themenfeld halten wir folgende Punkte als gemeinsame Perspektive fest:

  

- Die diakonische Dimension als inneres Motiv allen kirchlichen Handelns begreifen und entwickeln

- Diakonie als Gemeinschaftsaufgabe auf allen Ebenen fördern (Diakonia-Mainstreaming)

- Strukturelle Verankerung der Diakonie auf allen Ebenen kirchenleitenden Handelns

- Managementkompetenz der Diakonie für Kirche nutzen

- Die öffentliche Bedeutung der Diakonie als Teil der Identität von evangelischer Kirche anerkennen

- Diakonische Gemeinde als missionarischer Auftrag regional und weltweit entwickeln

- Pfarrer und Pfarrerinnen sind kein „Schlüsselberuf“ in der Diakonie (Leuchtfeuer 6). Aber: Pfarrer und Pfarrerinnen in der Diakonie sind wichtige institutionelle Verbindung zur verfassten Kirche. Die Bedeutung von Diakonen und diakonischen Gemeinschaften soll gestärkt werden.

- Unterschiede in Kirche und Diakonie achten

- Zusammengehörigkeit von Kirche und Diakonie stärken

  

2. Wichtige Diskussionspunkte

  

Folgende Themenaspekte müssen nach unserer Einschätzung im kirchlichen Reformprozess weiter diskutiert und geklärt werden.

   

- Theologische und ekklesiologische Klärung des Verhältnisses von Diakonie und Kirche. Dazu gehört die ständige Klärung der Rollen zwischen Amtskirche und Diakonie.

  

Für diese Diskussion geben wir folgende Anregungen:

 

- Qualitätsstandards in der Fortbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen implementieren.

- Kirchliche und diakonische Strukturen auf ihre Kompatibilität hin zu überprüfen.

- Die strukturelle Verbindung gemeindlicher und unternehmerischer Diakonie auf allen Ebenen klären und verbessern.

- Europäische Dimension der Diakonie angesichts der eher landeskirchlichen Orientierung der verfassten Kirche in den Blick nehmen.

  

3. Praktische Handlungskonsequenzen

  

Für die praktische Umsetzung sprechen wir uns für folgende Maßnahmen bzw. Projekte aus und unterstützen diese aktiv in unserem eigenen kirchlichen Handlungsfeld:

  

- Diakonische Themen identifizieren und Verfahren zwischen Kirche und Diakonie vereinbaren, vom Kirchenvorstand bis zum Rat der EKD (z.B. Kammerbesetzung).

- Inhaltliche und strukturelle Verankerung der Diakonie auf jede kirchliche Agenda setzen.

- Vernetzung von Diakonie und Gemeinde vorrangig betreiben.

   

Aus unserer Sicht sollen nachstehende Institutionen diese Projekte durchführen (mit Angabe von Zeitraum und federführender Verantwortung) und ferner geben wir für die praktische Umsetzung folgende Anregungen:

  

- Modellprojekte der Zusammenarbeit zwischen gemeindlicher und unternehmerischer Diakonie in den nächsten 3 Jahren (z. B. in Regionen und Kirchenkreisen)

- In den nächsten 5 Jahren verbindliche Gespräche zwischen Gemeinde etc. und Diakonie über Verwaltungskooperationen führen.

- Vertreter/Vertreterinnen der Diakonie im Reformprozess „Kirche der Freiheit“ vollständig und strukturiert beteiligen.

- Schärfung des Blickes der EKD für die deutschen und europäischen Handlungsherausforderungen der Diakonie: gliedkirchenübergreifende Handlungsfelder kommunizieren.

- Entwicklung eines Fortbildungs- und Qualitätsmanagements durch Diakonisches Werk und EKD und Bestandsaufnahme der Einbindung der Diakonie in die Strukturen der Gliedkirchen der EKD (Serviceleistung).