Netzwerk Kirchenreform - Saturday, 31. July 2010
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Die Thesen vom Seminar "Kirche der Freiheit"

Sommersemester 2007

  

   

These 1 Der richtige Ansatz, sich auf Kernvollzüge kirchlichen Handelns zu konzentrieren, leidet unter unzuverlässigen Ist- und unrealistischen Sollzahlen.
These 2 Der richtige Ansatz bei der Profilfindung von Kirchengemeinden bedarf eines Koordinierungs- und Abstimmungsprozesses mit regionalen und überregionalen Bezügen kirchlichen Lebens und Handelns („regionalisierte Profilierung“; s. Leuchtfeuer 3; vgl. Leuchtfeuer 11 und 12).
These 3 Der Qualität geförderter Zentren muss die Qualität pastoraler Grundversorgung entsprechen.
These 4 Erfolgreiche und befriedigende Arbeit in der Kirche setzen gemeinsame Zielfindung, dichte Rückmeldung und eine Kultur der Wertschätzung voraus, die Pfarrberuf, Hauptamt und Ehrenamt verbindet und zugleich zwischen ihnen differenziert.
These 5 Die Tätigkeit von Ehrenamtlichen muss professionell geplant und unterstützt werden. Für eine Kirche von morgen ist die Förderung und Forderung von Ehrenamtlichen unabdingbar.
These 6 Das Pfarramt muss zentriert werden- auf die Wahrnehmung herausgehobener Aufgaben in den Kernvollzügen kirchlichen Handelns (Leuchtfeuer 1),- auf die Koordinierung und Unterstützung haupt- und nebenamtlicher Tätigkeiten (Leuchtfeuer 4 und 5)- und auf den kompetenten Umgang mit den daraus sich ergebenden Differenzierungen.
These 7 Die Notwendigkeit, den fortlaufenden Übergang von der Missions- zur Überlieferungsreligion durch einen früh einsetzenden Bildungsprozess zu gewährleisten, darf nicht zur Legitimierung der bildungsbürgerlichen Milieuverengung des deutschen Protestantismus missbraucht werden.
These 8 Die diakonische Grundfunktion der Kirche muss von der verfassten Kirche vor Ort gemeinsam mit allen anderen diakonischen Trägern in ihrem als „Vernetzung im Dienste anderer“ wahrgenommen und organisiert werden.
These 9 Der Reformprozess muss tatsächlich als Reformdekade organisiert und strukturiert sein und unter dem Label „Kirche der Freiheit“ als Reformprozess der EKD kommuniziert werden (s. Leuchtfeuer 12 und Ausblick).
These 10 Bei der strategischen Sicherung der finanziellen Basis setzen Profilierung als „Kirche für Andere“ und gesamtkirchliche Solidarität einerseits, Eigenbeteiligung der Mitglieder und Sponsoring andererseits einander voraus.
These 11 Funktionierende Landeskirchen setzen einander und gemeinsam eine funktionierende EKD voraus; Leuchtfeuer 11 und 12 setzen einander voraus und begründen sich wechselseitig – auch hier geht es um „regionalisierte Profilierung“ (vgl. Leuchtfeuer 3 und 4).
These 12 Der Reformprozess im Ganzen (Leuchtfeuer 9, Ausblick) verweist in seinen institutionellen Implikationen und Voraussetzungen ebenfalls auf den Zusammenhang von Leuchtfeuer 11 und 12.