Internetplattform Kirchenrefom zur Vernetzung von Ideen in der EKD-Reformdekade 2007-2017

EKD-Zukunftskongress in der Lutherstadt Wittenberg

Berichterstattungen über den Zukunftskongress der EKD 2007

 

EKD-Zukunftskongress in Wittenberg eröffnet

Bischof Huber fordert Stärkung des evangelischen Profils

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat am Donnerstagabend in Wittenberg den Zukunftskongress über ihren weiteren Reformweg eröffnet. An der Wirkungsstätte des Reformators Martin Luther (1483-1546) rief der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber zur Erneuerung der Kirche auf und forderte eine Stärkung des evangelischen Profils. "Zukunft gewinnt die evangelische Kirche durch ihre geistliche Kraft", sagte Huber vor rund 300 Teilnehmern des Kongresses.

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Gemeindearbeit soll besser werden

Die evangelische Kirche hat in Wittenberg eine "Reformdekade" eingeleitet. Zwar durfte der erste Zukunftskongress, der von Donnerstag bis Samstag in der Lutherstadt stattfand, keine Beschlüsse fassen. Aber der Wille zur Veränderung wurde deutlich.

Wittenberg - "Wir sind in einen Zukunftsprozess wirklich hineingekommen", stellte der Berliner Bischof Wolfgang Huber am Samstag zum Schluss der Tagung fest. In der intensiven und auch kontroversen dreitägigen Debatte hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) "ein großes Drängen" wahrgenommen. Die Jahresmarken 2017 und 2030 dürften nicht dazu benutzt werden, um notwendige Erneuerungen "auf die lange Bank zu schieben", forderten zahlreiche der 300 Repräsentanten aus allen 23 Landeskirchen.

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Marke Evangelisch

Was meint denn der liebe Gott zur Zukunft der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)? Man darf ja, wenn es um die EKD geht, so direkt und unverblümt fragen. Und tatsächlich: „Gott ist sehr gespannt auf das, was uns gelingen wird.“ Ich weiß nicht, wie es einem Erwachsenen ernsthaft gelingen kann, einen solchen Satz zu sagen, und zwar nicht so für sich dahingemurmelt oder den Kindern abends erzählt, sondern vor dreihundert gleichfalls erwachsenen Zuhörern. Wahrscheinlich erfüllt sich in dieser trotzigen Naivität für manches frohe Herz schon der ganze Protestantismus.

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Bischof Knuth gegen Zentralismus

Zufrieden mit den Ergebnissen des Zukunftskongresses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben sich die Delegierten aus Nordelbien geäußert. Synodenpräsident Hans-Peter Strenge (Hamburg) bezeichnete die Atmosphäre in Wittenberg als "wahrlich reformatorische Aufbruchstimmung". 300 hochrangige Vertreter der 23 EKD-Mitgliedskirchen hatten bis zum Sonnabend über das im Sommer 2006 vorgelegte EKD-Reformpapier "Kirche der Freiheit" diskutiert.

Kritisch äußerte sich der Schleswiger Bischof Hans Christian Knuth, Vorsitzender der nordelbischen Kirchenleitung, über den teilweise angestrebten "Zentralismus" innerhalb der evangelischen Kirche. "Vor allem die kleinen Landeskirchen wehren sich gegen zwangsweise Zusammenlegungen mit anderen", erklärte Knuth. Umstritten sei auch die Verlagerung von Zuständigkeiten der Landeskirchen auf die Zentrale der EKD. "Wie auch immer man das Ergebnis einschätzt, der lebendige Dialog auf dieser Ebene ist immer zu begrüßen. Und man kehrt mit einigen hoffnungsvollen Ideen und allerdings auch mancher Kritik zurück", lautete das Resümee des Schleswiger Bischofs.

[weiter... Die Welt]


Modetrends in der Kirche

Der Frontalangriff kommt aus den eigenen Reihen, Lob dagegen von einer grünen Bundestagsabgeordneten: Der Zukunftskongress der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Wittenberg offenbart protestantische Leidenschaft und Vielfalt. Die Debatte über das künftige Erscheinungsbild der evangelischen Kirche hat kaum begonnen, da holt ein Würdenträger aus Schleswig-Holstein zum Schlag aus: "Wir sind die Kirche Jesu Christi", donnert Hans-Christian Knuth, Bischof der nordelbischen Kirche, am Freitag, "wir beten nicht die Freiheit an."

[weiter... Frankfurter Rundschau]


Profil schärfen statt Kirche in jedem Dorf lassen

Wittenberg - In der symbolträchtigen Wittenberger Stadtkirche, in der Luther vor rund 500 Jahren predigte, beschwor Wolfgang Huber gestern die Notwendigkeit eines neuen protestantischen Aufbruchs. "Es geht uns darum, gemeinsam einen Weg in die Zukunft zu finden und unsere Kirche so zu verändern, dass sie ihrem Auftrag besser gerecht wird", sagt der Chef der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Getrieben von sinkenden Mitgliederzahlen und schrumpfenden Finanzen hat Huber ein grundlegendes Reformkonzept vorgelegt, über das beim Wittenberger Zukunftskongress 300 Vertreter des Protestantismus debattieren. Kontroversen sind dabei programmiert...

[weiter... Eßlinger Zeitung]


Kirche der Freiheit im 21. Jahrhundert

Die christliche Freiheit ist nach den Worten des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, die entscheidende Basis für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert. Alle Reformen der Kirche müssten als Dienst an der von Martin Luther und der Reformation wiederentdeckten „Freiheit eines Christenmenschen“ verstanden werden können, „sonst taugen sie nicht“.

[weiter... FAZ]


Evangelische Kirche ringt um neue Struktur

Wittenberg (dpa) - Bei der Suche nach einem Weg aus der Krise stößt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf Widerstand in den eigenen Reihen: Mit kontroversen Debatten hat der Reformkongress der EKD zur Zukunft der Kirche am Freitag in Wittenberg seine Arbeit aufgenommen.

Grundlage ist ein Konzept von EKD-Chef Wolfgang Huber, der angesichts schwindender Mitgliederzahlen und Finanzen auf einschneidende Reformen drängt. 300 Vertreter des deutschen Protestantismus beraten in der Lutherstadt über das Reformpapier, das seit seiner Publikation vor einem halben Jahr für heftige Diskussionen sorgt. Es empfiehlt eine Reduzierung der Zahl der Landeskirchen, Pfarrer und Gemeinden bei gleichzeitiger Schärfung des kirchlichen Profils durch eine Konzentration auf Kernaufgaben.

Dem Konzept mangele es an einer klaren Positionierung zum sozialen Engagement der Kirche, kritisierten Theologen am Freitag in Wittenberg. Der Schwerpunkt liege einseitig auf innerkirchlichen Strukturen. Andere wandten sich gegen Hubers Idee spezieller Profilgemeinden etwa für junge Leute oder Großstadtmenschen und pochten auf die bleibende Bedeutung der Kirche im Dorf für die Bindung der Bevölkerung an die Kirche. Gegensätzliche Ansichten gibt es auch zur künftigen Rolle von Pfarrern und Ehrenamtlichen: Während manche Kirchenvertreter die Bedeutung des Pfarrers unangetastet lassen wollen, plädieren andere für eine viel größere Einbindung von Ehrenamtlichen.

[weiter... Rhein-Neckar-Zeitung]


Evangelische Kirche zukunftsfähig machen

Von heute an tagen in Wittenberg Vertreter der deutschen Landeskirchen. Auf dem EKD-Zukunftskongress geht es um die Perspektiven protestantischer Identität und das umstrittene Impulspapier, das die Evangelische Kirche in Deutschland zukunftsfähig machen soll. Vor allem die Halbierung der Landeskirchen als Reaktion auf Mitglieder- und Kirchensteuerschwund ist von kleineren Kirchen kritisiert worden.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche, Eberhard Cherdron, sprach vor dem Zukunftskongress über Ziele und Perspektiven des Treffens.

[weiter... Jesus.de]


Kinder, Kirche, Kundennähe

Die Protestanten wollen sich einen Mentalitätswechsel verordnen: Ehrenamtliche sollen mehr Verantwortung übernehmen, Pfarrer sich in Kundennähe üben. Im 490. Jahr nach Luthers Thesenanschlag macht sich die evangelische Kirche auf einem Kongress in Wittenberg Gedanken über eine kreativere Zukunft.

[weiter... Spiegel-Online]


Ein Blick in die Zukunft

Wittenberg soll wieder zum Ort des Aufbruchs werden. Unter dem Titel »Kirche der Freiheit im 21. Jahrhundert« beraten rund 300 geladene Gäste aus allen Landeskirchen über die Zukunft der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Grundlage ist ein gleichnamiges Impulspapier, das im vergangenen Sommer veröffentlicht wurde. »Der Zukunftskongress soll die erste gemeinsame Etappe in einem Reformjahrzehnt unserer Kirche sein«, erklärt der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber.

»Es geht darum, dass wir eine Perspektive des Wachstums gewinnen«, fasst der sächsische Landesbischof Jochen Bohl das Anliegen zusammen. Bohl hat am Zustandekommen des Papiers mitgewirkt und nimmt nun mit elf weiteren sächsischen Delegierten am Kongress teil. Mit dem Zukunftspapier reagiert die EKD auf ihre Schrumpfung.

[weiter... Sonntag-Sachsen.de]


Die Zukunft liegt in Wittenberg

Bei einem Zukunftskongress formuliert die Evangelischen Kirche Ziele für 2030

In Wittenberg, wo Martin Luther vor bald 500 Jahren die Reformation anstieß, werden Ende Januar rund 280 Repräsentanten des Protestantismus bei einem »Zukunftskongress« darüber beraten, wie es mit der Evangelischen Kirche in Deutschland weitergehen soll.

Den Deutschen ist es nicht mehr peinlich, nach Gott zu fragen, nach Sinn zu suchen, über Halt und Heimat zu diskutieren. Zwei Drittel beten nach eigenen Angaben gelegentlich oder häufig, über die Hälfte interessiert sich laut einer aktuellen Umfrage für religiöse Themen. Man könnte sagen, der religiöse Grundwasserspiegel in der Gesellschaft steigt. Doch noch ist unklar, wie sich diese neue Offenheit für Religion auf die Entwicklung der christlichen Kirchen in Deutschland auswirkt. Die Vorhersagen - resultierend aus verschiedenen Studien - verheißen nichts Gutes. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, verliert die evangelische Kirche bis 2030 ein Drittel ihrer knapp 26 Millionen Mitglieder und die Hälfte ihrer Steuereinnahmen. Kirchliches Handeln wäre dann immer eng verbunden mit zurückfahren, abwickeln, dichtmachen - was die Kirche nicht gerade attraktiv machen würde.

Grund genug, bereits jetzt - in immer noch komfortabler volkskirchlicher Lage - die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen. Bei einem Kongress vom 25. bis 28. Januar in Wittenberg soll der Zug aufs richtige Gleis gebracht werden. Als Grundlage dient das 100-seitige Impulspapier »Kirche der Freiheit«, das im vergangenen Sommer dem deutschen Protestantismus eine ungeschminkte Bestandsaufnahme präsentierte und anhand von zwölf »Leuchtfeuern« langfristige Reformperspektiven nahelegte.

[weiter... Sonntagsblatt Bayern]